
BARF für Welpen: So gelingt der Start mit Rohfütterung
BARF: Individuelle Ernährung
Ein Welpe wächst in kurzer Zeit enorm – und damit verändern sich auch seine Anforderungen an die Ernährung. BARF kann grundsätzlich auch für Welpen geeignet sein. Voraussetzung ist jedoch, dass die Ration sorgfältig zusammengestellt und an Wachstum, Alter und erwartete Körpergröße angepasst wird.
Gerade in der Wachstumsphase reicht es deshalb nicht, einfach etwas mehr Fleisch zu füttern. Energie, Protein, Calcium, Phosphor, Fettsäuren, Vitamine und Spurenelemente müssen gemeinsam betrachtet werden.
Kurz erklärtBARF für Welpen ist möglich, sollte aber besonders sorgfältig geplant werden. Im Wachstum kommt es nicht nur auf die Futtermenge an, sondern auf eine zum Welpen passende Energie- und Nährstoffversorgung. Vor allem Calcium und Phosphor sollten nicht nach Gefühl dosiert werden. |
Kann man einen Welpen von Anfang an barfen?
Grundsätzlich können auch Welpen roh gefüttert werden. Entscheidend ist allerdings nicht allein die Fütterungsform, sondern ob die gesamte Ration zum Bedarf des wachsenden Hundes passt.
Ein Welpe ist kein kleiner erwachsener Hund. Sein Körper baut Knochen, Muskulatur und Gewebe auf und entwickelt sich je nach Rasse und erwartetem Endgewicht unterschiedlich schnell. Deshalb sollte eine Welpenration regelmäßig überprüft und im Verlauf des Wachstums angepasst werden.
Was ist bei BARF für Welpen besonders wichtig?
1. Energie passend zum Wachstum
Welpen benötigen Energie für Wachstum, Bewegung und Entwicklung. Besonders viel Futter bedeutet dabei aber nicht automatisch besonders gutes Wachstum. Die Energiezufuhr sollte zum individuellen Entwicklungsverlauf passen.
Gerade bei Welpen größerer Rassen ist es wichtig, das Wachstum aufmerksam zu begleiten. Regelmäßiges Wiegen und die Beurteilung des Körperzustands helfen dabei, die Futtermenge rechtzeitig anzupassen.
2. Calcium und Phosphor nicht nach Gefühl dosieren
Calcium und Phosphor spielen während des Wachstums eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Skeletts. Dabei kommt es nicht einfach auf „möglichst viel Calcium“ an. Die Versorgung muss zur gesamten Ration und zur Wachstumsphase passen.
Knochen oder Calciumergänzungen sollten deshalb bei einem Welpen nicht nach Augenmaß hinzugefügt werden. Auch zusätzliche Mineralstoffprodukte sind nicht automatisch sinnvoll, wenn die Ration bereits entsprechend zusammengesetzt ist.
3. Protein und Fett gehören zur Gesamtplanung
Hochwertige Proteinquellen liefern Aminosäuren, während Fett unter anderem Energie und essenzielle Fettsäuren bereitstellt. Entscheidend ist auch hier die gesamte Ration. Einzelne Zutaten allein machen eine Welpenmahlzeit noch nicht bedarfsgerecht.
4. Die Ration muss mitwachsen
Was mit zwölf Wochen passt, muss einige Monate später nicht mehr die richtige Menge oder Zusammensetzung sein. Kontrolliere deshalb regelmäßig Gewicht und Körperzustand deines Welpen und passe seine Fütterung während der Entwicklung an.
Wie viel BARF braucht ein Welpe?
Häufig findest du für Welpen Prozentangaben bezogen auf das aktuelle Körpergewicht. Solche Werte können eine erste Orientierung sein, sollten aber nicht als feste Vorgabe verstanden werden.
Wie viel dein Welpe tatsächlich benötigt, hängt unter anderem von seinem Alter, aktuellen Gewicht, erwarteten Endgewicht, seiner Aktivität und der Energiedichte des Futters ab.
Für eine erste Orientierung kannst du unseren BARF-Rechner nutzen. Bei Welpen sollte das Ergebnis jedoch immer im Zusammenhang mit dem tatsächlichen Wachstumsverlauf betrachtet werden.
Wiege deinen Welpen regelmäßig und beobachte seine körperliche Entwicklung. Bei Unsicherheit empfehlen wir gerade während der Wachstumsphase eine qualifizierte Ernährungsberatung.
Wie setzt sich BARF für Welpen zusammen?
Je nach gewähltem BARF-Konzept können beispielsweise Muskelfleisch, Innereien, eine geeignete Calciumquelle beziehungsweise rohe fleischige Knochen, pflanzliche Bestandteile, Fett und weitere notwendige Ergänzungen Bestandteil der Ration sein.
Wichtig ist weniger eine möglichst lange Zutatenliste als eine nachvollziehbar zusammengestellte Gesamtration. Gerade bei Welpen solltest du notwendige Komponenten nicht über längere Zeit weglassen, nur um sie später schrittweise hinzuzufügen.
BARF-Welpenmix: eine praktische Möglichkeit für den Alltag
Wenn du eine speziell für die Welpenfütterung angebotene Mischung suchst, kannst du dir unseren BARF-Welpenmix vom Rind ansehen.
Prüfe dabei immer die Produktdeklaration und Fütterungshinweise und berücksichtige den Mix innerhalb der gesamten Tagesration.
Unser Tipp: Gerade beim ersten eigenen BARF-Plan für einen Welpen lohnt sich eine fachliche Rationsprüfung. Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann berechnen, ob Energie, Mineralstoffe, Vitamine und weitere Nährstoffe passend abgedeckt sind. |
Typische Fehler beim BARFen von Welpen
- Futtermenge dauerhaft nach einer festen Prozentzahl berechnen
- Calcium oder andere Mineralstoffe nach Gefühl ergänzen
- Wachstum nur anhand des Appetits beurteilen
- Snacks und Kauartikel bei der Tagesration nicht berücksichtigen
- Eine einmal berechnete Ration während des gesamten Wachstums unverändert weiterfüttern
Häufige Fragen zu BARF für Welpen
Ab wann darf ein Welpe BARF bekommen?
Ein Welpe kann grundsätzlich bereits beim Züchter an eine passende Rohfütterung gewöhnt worden sein. Entscheidend ist weniger ein bestimmtes Startalter als eine für Wachstum und Entwicklungsphase geeignete Gesamtration.
Wie oft sollte ein Welpe gefüttert werden?
Junge Welpen bekommen ihre Tagesration üblicherweise auf mehrere Mahlzeiten verteilt. Mit zunehmendem Alter kann die Anzahl der Mahlzeiten schrittweise angepasst werden.
Braucht ein Welpe mehr Calcium als ein erwachsener Hund?
Welpen haben während des Wachstums besondere Anforderungen an die Mineralstoffversorgung. Mehr Calcium auf Verdacht ist jedoch nicht die Lösung. Die Menge muss passend zur gesamten Ration berechnet werden.
Kann ich die BARF-Menge mit einer Prozentregel berechnen?
Prozentwerte können als erste Orientierung dienen. Bei einem wachsenden Hund sollten Futtermenge und Rationszusammensetzung jedoch regelmäßig anhand seiner Entwicklung überprüft werden.
Was mache ich, wenn mein Welpe BARF nicht verträgt?
Kurzfristige Veränderungen der Verdauung können unterschiedliche Ursachen haben. Bei anhaltendem Durchfall, Erbrechen, Fressunlust, Schmerzen oder anderen deutlichen Beschwerden solltest du deinen Welpen tierärztlich untersuchen lassen.
Fazit: BARF für Welpen braucht einen guten PlanBARF kann auch für Welpen eine mögliche Fütterungsform sein. In der Wachstumsphase kommt es jedoch besonders auf eine passende Energie- und Nährstoffversorgung an. Behalte Gewicht und Entwicklung im Blick, passe die Ration regelmäßig an und lass sie im Zweifel fachlich überprüfen. So wird aus „einfach roh füttern“ eine durchdachte Ernährung für deinen jungen Hund. |





