
Schlund
Als Schlund wird in der BARF-Fütterung meist die Speiseröhre eines Schlachttieres mit dem daran anhaftenden Gewebe bezeichnet. Beim Rind besteht die Speiseröhre überwiegend aus Muskel- und Bindegewebe. Schlund, Luftröhre und Kehlkopf liegen anatomisch nah beieinander, sind aber nicht dasselbe und sollten auch bei der Einordnung von BARF-Zutaten unterschieden werden.
Kurz erklärt: Was ist Schlund beim BARFen?Schlund bezeichnet in der BARF-Fütterung in der Regel die Speiseröhre mit anhaftendem Gewebe. Sie enthält vor allem Muskel- und Bindegewebe. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Halsbereich, weil bei der Gewinnung auch Schilddrüsengewebe an entsprechenden Schlachtnebenprodukten verbleiben kann. feed&meat verwendet deshalb aktuell weder Schlund noch Kehlkopf in seinen BARF-Produkten. |
Ist Schlund dasselbe wie Luftröhre oder Kehlkopf?
Nein. Speiseröhre, Luftröhre und Kehlkopf sind unterschiedliche anatomische Strukturen. Die Speiseröhre transportiert Futter vom Rachen in Richtung Magen. Die Luftröhre gehört dagegen zu den Atemwegen und besitzt charakteristische Knorpelspangen.
Der Kehlkopf befindet sich am oberen Ende der Luftröhre und besteht zu einem erheblichen Teil aus Knorpel. Weil diese Strukturen im Halsbereich eng beieinanderliegen, werden die Begriffe bei Fleisch- und Kauprodukten gelegentlich miteinander vermischt. Für eine fachlich saubere Beschreibung sollten sie jedoch getrennt betrachtet werden.
Was steckt in Schlundfleisch?
Die Wand der Speiseröhre enthält Muskulatur und Bindegewebe. Wie gehaltvoll ein angebotenes Schlundprodukt tatsächlich ist, hängt unter anderem davon ab, welche umliegenden Gewebe bei der Zerlegung daran verbleiben.
Deshalb lässt sich Schlund nicht pauschal als besonders mageres Muskelfleisch einordnen. Ebenso sollte der Schlund nicht wegen eines vermeintlich hohen Knorpelanteils als Calciumquelle eingeplant werden. Knorpelreiche Luftröhre und Kehlkopf sind anatomisch andere Bestandteile.
Warum können Schilddrüsenhormone bei Schlund und Kehlkopf ein Thema sein?
Die Schilddrüse liegt im Halsbereich in unmittelbarer Nähe zur Luftröhre. Werden Gewebe aus diesem Bereich gewonnen, können abhängig von Zerlegung und Verarbeitung Reste von Schilddrüsengewebe an den tierischen Bestandteilen verbleiben.
Schilddrüsengewebe enthält Schilddrüsenhormone. Werden entsprechende Gewebereste regelmäßig oder in relevanter Menge mitgefüttert, können damit auch Schilddrüsenhormone aufgenommen werden. Genau deshalb ist bei Produkten aus dem Hals- und Kehlkopfbereich eine sorgfältige Rohstoffauswahl und Verarbeitung wichtig.
Das bedeutet nicht, dass jede Speiseröhre automatisch problematische Mengen an Schilddrüsenhormonen enthält. Das mögliche Risiko hängt vielmehr davon ab, welches umliegende Gewebe am Rohstoff verblieben ist.
Warum verwendet feed&meat aktuell keinen Schlund und Kehlkopf?
Bei feed&meat haben wir uns entschieden, aktuell weder Schlund noch Kehlkopf in unseren BARF-Produkten einzusetzen. Hintergrund ist das mögliche Risiko von anhaftendem Schilddrüsengewebe und der damit verbundenen Aufnahme von Schilddrüsenhormonen.
Wir verzichten deshalb bewusst auf diese Komponenten. Das ist eine Entscheidung unserer Rohstoffauswahl und bedeutet nicht, dass Schlundfleisch grundsätzlich als ungeeignetes Futtermittel bewertet werden muss.
Schlund als Kauartikel
Ganze beziehungsweise größere Stücke der Speiseröhre besitzen eine zähe Struktur und können entsprechend zum Kauen anregen. Wie bei anderen größeren tierischen Kauartikeln sollte der Hund dabei beaufsichtigt werden.
Größe und Beschaffenheit sollten zum Kauverhalten des Hundes passen. Stücke, die im Ganzen abgeschluckt werden könnten, stellen unabhängig vom Nährwert ein vermeidbares Risiko dar.
Schlund in der BARF-Ration
Schlund ist kein notwendiger Bestandteil einer BARF-Ration. Muskelfleisch und andere tierische Komponenten können aus zahlreichen anderen geeigneten Teilstücken zusammengestellt werden. Wer Schlund von einem anderen Anbieter füttern möchte, kann insbesondere auf eine nachvollziehbare Deklaration und eine sorgfältige Verarbeitung des Halsbereichs achten.
Gut zu wissen: Schlund, Luftröhre und Kehlkopf werden im BARF-Bereich manchmal zusammen genannt, sind anatomisch aber unterschiedliche Bestandteile. Das mögliche Hormonthema entsteht vor allem durch Schilddrüsengewebe, das bei der Zerlegung an Gewebe aus dem Halsbereich gelangen beziehungsweise dort verbleiben kann. |